Informationen über Farne


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Geschichte der Farne
Aufbau der Farne
Kulturbedingungen der Farne

Generationswechsel am Beispiel eines Tüpfelfarns. Wie entwickeln sich Farne (Bild anklicken)

 

Kleine Einführung in die Geschichte der Farne

Die Farne bilden heute nur noch den Überrest einer einst erheblich artenreicheren Pflanzengruppe. Sie gehören wie die Bärlapparten und Schachtelhalme zu den Pteridophyta, deren wichtigste Merkmale die Ausbildung von Sporen und ein Generationswechsel sind.

Demgegenüber steht die weit größere Gruppe der Blüten- und Samenpflanzen, den Phanaerogamae. Entwicklungsgeschichtlich sind die Farnpflanzen wesentlich älter als die Samenpflanzen. Vor rund 400 Millionen Jahren bildeten sie mit ihren Verwandten riesige Wälder, die uns heute noch als Steinkohle erhalten sind. Die Farne wurden zu dieser Zeit teilweise bis zu 30 m hoch. Nur in den Tropen gibt es heute noch einige baumförmige Arten. Bei uns ist der Adlerfarn mit etwa 2 m Höhe die größte Art.

Heute kommen in Deutschland und den angrenzenden Ländern noch 17 Gattungen mit etwa 50 Arten vor, von denen einige sehr selten sind. Weltweit gibt es etwa 320 Gattungen der Farne und Farnverwandten (Lycopodiopsida = Bärlappartige, Equisetopsida = Schachtelhalme und Pteridopsida = echte Farne) mit ca. 12000 Arten, von welchen oft noch mehrere Sorten existieren

Wissenswertes über Farne, Aufbau der Farne

Farne und Blütenpflanzen sind sogenannte höhere Pflanzen, die sich von den niederen Pflanzen wie z.B. Bakterien, Moose und Pilze durch den Aufbau unterscheiden. Sie bestehen aus 3 Grundorganen, Wurzeln, Sproß oder Stamm und Blatt. Unsere Freilandfarne sind krautige Stauden, die entweder im Herbst einziehen oder winter- bzw. immergrün sind. Sie wachsen aus einem Rhizom, das sich bei den meisten Farnen mehr oder weniger aufsteigend über der Erde befindet. Einige Arten bilden auch kurze Ausläufer mit denen sie sich teppichartig auf ihrem Standort ausbreiten. Einige wenige Arten wie z.B. der Trichterfarn, Matteuccia struthiopteris, können durch teils bis zu einem Meter lange Ausläufer auch mitunter lästig werden.Die Blätter, bestehend aus Blattstiel und Blattspreite, nennt man beim Farn Wedel.

Die Farne überraschen durch große Mannigfaltigkeit in der Ausbildung der Wedelformen und -farben. Die Fortpflanzung erfolgt über Sporen, im Gegensatz zu den Blütenpflanzen, die sich über Samen vermehren. Die Sporen befinden sich meist auf der Unterseite der Farnwedel und entwickeln sich in Sporenbehältern sogenannten Sporangien, wo sie zu Gruppen oder Sori zusammenstehen und sind meist während ihrer Entwicklung durch ein Schleierchen, auch Indusium genannt geschützt. Bei einigen Farnarten sitzen die Sporen auf separaten Wedeln, die sich von den normalen Wedeln meist sehr stark unterscheiden, z.B. beim Königsfarn (Osmunda regalis), Perlfarn(Onoclea sensibilis) und Trichterfarn (Matteuccia struthiopteris). Die Sporen reifen meist zwischen Juli und November und werden vom Wind verbreitet. Bei zusagenden Bedingungen entwickeln sich aus den Sporen dann kleine grüne, etwa 1 cm durchmessende Scheibchen, Vorkeim oder Prothallium genannt, worauf sich die männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane befinden. Siehe auch: Generationswechsel. Bei genügend Feuchtigkeit findet auf dem Prothallium die Befruchtung statt und es entwickelt sich eine junge Farnpflanze. Es findet also einen regelmäßiger Wechsel zwischen einer geschlechtlichen Generation (Vorkeim) und einer Ungeschlechtlichen (Farnpflanze mit Sporen) statt. Besonders reich an Farnen sind Gegenden mit feuchtem Klima.

 

 

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Pflege und Kultur unserer Farne

Farne sind in den meisten Fällen Waldpflanzen, so daß man die ihnen zusagenden Kulturbedingungen schon fast erahnen kann. Wie in der heimischen Natur mögen die meisten Farne auch im Garten einen halbschattigen Platz mit humosem, feuchtem Boden. Fast in jedem Garten gibt es im Laufe der Zeit schattige Plätze. Die Bäume, die man gepflanzt hat, werden groß und die vorher dort angepflanzten Blütenpflanzen werden nach und nach immer kümmerlicher, weil ihnen diese Bedingungen nicht mehr zusagen. Was tun, fragt sich da der Gärtner. Einen schönen, gut gewachsenen Hausbaum will man ja nicht gleich wieder fällen nur um den Blütenpflanzen ihre Bedingungen wieder zu geben. Also sieht man sich in der Regel nach Alternativen um. Schattenpflanzen müssen her. Vielleicht hat der eine oder andere auch schon irgendwo mal den Slogan gelesen: "Grün ist auch eine Farbe", womit oft Werbung für Farne gemacht wird, und er erinnert sich jetzt daran. Man zieht also los und kauft ein paar Farne, und nun soll der Boden dementsprechen vorbereitet werden. Was braucht ein Farn? Humosen Boden, wurde gesagt. Am besten geeignet um diesen herzustellen ist natürlich Kompost. Wer diesen nicht hat kann sich auch mit Rindenhumus oder Rindenkultursubstrat behelfen, das es in fast jedem Gartencenter oder in einer Gärtnerei zu kaufen gibt. Der Boden wird also erstmal so tief es geht gelockert und danach das mindestens 5 cm hoch aufgebrachte Substrat eingearbeitet.

Jetzt kann gepflanzt werden. Da es gut aussehen soll kaufte man in der Regel von jeder Farnsorte 3 Pflanzen, von den größeren Farnen 1 Pflanze. Die Größeren werden in den hinteren Bereich des Beetes gesetzt und dann der Größe nach gestaffelt nach vorne immer kleiner werdende Pflanzen. In den Vordergrund kann man eine bodendeckende Art wie z.B. Blechnum penna-marina pflanzen oder auch je nach Geschmack kleinbleibende Sorten von Polystichum oder Dryopteris. Um das ganze etwas aufzulockern werden in den mittleren Bereich z.B. 3 Pflanzen von Dryopteris erytrosora gesetzt, die im Frühjahr bis in den Sommer hinein mit wunderschön rötlich austreibenden Wedeln den Betrachter erfreuen.

Nun ist das Beet bepflanzt. Ist der Baum sehr groß empfiehlt es sich einen Sickerschlauch für die heißen Sommermonate zwischen den Pflanzen zu verlegen um den Farnen die nötige Feuchtigkeit auch in der heißen Jahreszeit geben zu können. Wer noch ein bißchen Farbe zwischen seinen Farnen möchte setzt im Herbst noch einige Blumenzwiebel in die Zwischenräume der Farne oder auch ein paar Knollen des Frühlingsalpenveilchens Cyclamen coum.

 

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Auf diese Art und Weise sind die meisten Farnfreunde zu ihrem ersten Farnbeet gekommen. Einige von ihnen hat dann genau wie mich die Leidenschaft des Farnsammelns gepackt und sie sehen sich nach weiteren Sorten um, probieren nach und nach auch einige Arten mit etwas schwierigeren Kulturbedingung, speziellen Bodenansprüchen oder Standortansprüchen aus. Diese alle hier zu erklären würde den Rahmen dieser Seiten sprengen und so sei an dieser Stelle auf die entsprechende Farnliteratur verwiesen.

Ein wunderschönes Buch, das sehr viele Arten und auch Sorten beschreibt ist das Buch "Farngärten" von Lothar Denkewitz, das im Ulmer-Verlag erschienen ist, oder "Das Buch der Freilandfarne" von Richard Maatsch, welches im Paul Parey-Verlag erschien. Wer sich für die Begleitpflanzen im Schattengarten interessiert dem sei das Buch "Grün ist Leben", BdB-Handbuch Wildstauden für Schattenflächen und Säume empfohlen, das bei der Fördergesellschaft "Grün ist Leben" in 25421 Pinneberg erhältlich ist.